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Television Electronic Disc (TeD) - Mechanische Video-Aufzeichnungsverfahren

1.1. Television Electronic Disc (TeD)

Der Vorläufer aller modernen optoelektronischen Aufzeichnungsverfahren war die Television Electronic Disc (TeD), der Bildplattenspieler. Anfang der 1970er Jahre wurde dieses Videoformat von den deutschen Firmen Telefunken und Teldec (Telefunken-Decca), einem zum Telefunken-Konzern gehörendem Schallplattenhersteller, entwickelt. Die ersten Produkte wurden 1973 auf der Internationalen Funkausstellung in Berlin vorgestellt und ab 1975 an den Handel ausgeliefert. Für den deutschen Markt wurde nur ein Modell, der Telefunken TD 1005, hergestellt.
TeD-Geräte gab es nur als Abspielgeräte. Das verwendete Speichermedium war eine dünne, flexible Vinylscheibe mit 210mm im Durchmesser. Zum Schutz steckte die Scheibe in einer Hülle aus Papier. Zum Abspielen wurden die Scheibe mitsamt der Hülle in das Gerät eingelegt.

Abb. 1.1: Als Höheninformation kodiertes Videosignal auf einer TeD Quelle: en.wikipedia/32bitmaschine
Abb. 1.1: Als Höheninformation kodiertes Videosignal auf einer TeD (ca. 2000fach vergrößert) [1]

Die Video- und Audioinformationen waren im sog. Vertical Recording -Verfahren als mechanische Höhenunterschiede ("Grooves") ) in einer 7mmm breiten Spur auf der Scheibe untergebracht. Die Abtastung der Spur erfolgte mittels eines Diamanten und einem piezoelektrischen Wandlers. Der Diamant übertrug die Höhenunterschiede der sich auf einem Luftpolster mit 1500 Umdrehungen rotierenden Scheibe auf das Piezoelement, welches aus der mechanischen Bewegung eine elektrische Spannung erzeugte. Die Spurführung erfolgte nicht wie bei einer Schallplatte durch die Seitenwände der Spur, sondern durch durch einen Tangentialantrieb, der den Abtastköpf linear bewegte. Pro Millimeter waren in der Spur 130-150 Vertiefungen in die Oberfläche der Spur eingeprägt (eine Audio-CD hat nur 10-13 Grooves!). Damit konnte ein elektrisches Signal für eine Videobandbreite von bis zu 3MHz (2,5MHz Luminanz, 500kHz Chroma im Tri-PAL-Farbverfahren) erzeugt werden.

Eine 21cm Bildplatte hatte eine Spieldauer von 7,5 Minuten und konnte bis zu 1000 mal wiedergegeben werden. Das Abspielgerät kostete ca. 1500 DM, eine Bildplatte ca. 10 DM. Neben dem hohen Preis hatte das Ted-System den Nachteil, dass die Bildplatten sehr empfindlich waren und eine viel zu kurze Spielzeit hatten. Nach knapp zwei Jahren wurde der Vertrieb von TeD eingestellt.
Obwohl die Abtastung der Bildplatte nicht direkt auf optischen Weg vorgenommen wurde, sind in diesem System viele Verfahren eingesetzt worden, die eine Abtastung einer Scheibe mittels eines Lasers erst ermöglicht haben. Link zu einem Video mit einem offenen TeD in Betrieb.

REFERENZEN

Abbildungen

[1] Foto "Höhencodiertes Videosignal": Lizenz:  Creative Commons Attribution-Share Alike 3.0 Unported (CC-BY-SA-3.0) oder or GFDL (http://www.gnu.org/copyleft/fdl.html) via Wikimedia Commons,
Quelle: "TED-disc-groove samples.jpg" von 32bitmaschine
http://commons.wikimedia.org/wiki/File%3ATED-disc-groove-samples.jpg

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